Save a bee – Warum Bienen so wichtig sind
«Wenn die Bienen aussterben, sterben vier Jahre später auch die Menschen.» -Albert Einstein
Die Biene ist ein unverzichtbarer Bestandteil unseres Ökosystems und unserer Nahrungsmittelproduktion. Ohne ihre Bestäubungsarbeit wäre die Vielfalt an Obst und Gemüse stark eingeschränkt. Marco Conrad, ein erfahrener und mit dem Goldsiegel zertifizierter Imker aus Wiedikon, betont die zentrale Rolle der Bienen und erklärt die Herausforderungen der Imkerei, wie den Klimawandel und Pestizide, die die Gesundheit und Orientierung der Bienen beeinträchtigen. Er beschreibt detailliert den Prozess der Honigernte und -verarbeitung und hebt die Wichtigkeit der richtigen Pflege und Überwachung der Bienenvölker hervor. Um die Bienenpopulation zu unterstützen, empfiehlt er den Anbau bienenfreundlicher Pflanzen und den Kauf von lokalem, ethisch produziertem Honig mit dem apisuisse-Goldsiegel. Jeder kann durch kleine, bewusste Entscheidungen im Alltag zum Schutz der Bienen beitragen.
Wie Bienen unser Ökosystem aufrechterhalten
Bienen sind unbestrittene Helden unseres Ökosystems. Marco Conrad, ein engagierter Imker, hebt die zentrale Rolle der Bienen hervor: „Ohne die Bestäubungsarbeit der Bienen wäre unsere Nahrungsmittelproduktion erheblich eingeschränkt. Wildbienen sind dabei ebenso wichtig wie Honigbienen, da sie eine Vielzahl von Pflanzen, Blumen und Bäumen bestäuben.“ Er betont, dass in unseren Märkten nur die Hälfte des heutigen Gemüses verfügbar wäre, wenn es die Bestäubungsarbeit der Bienen nicht gäbe. Diese Bestäubung ist nicht nur für die Landwirtschaft von entscheidender Bedeutung, sondern auch für die Aufrechterhaltung der Biodiversität und das ökologische Gleichgewicht.
Doch die Bienen stehen vor grossen Herausforderungen. „Der Klimawandel ist sicher ein zentrales Thema“, erklärt Marco. „Die zunehmenden Regenfälle im Sommer führen zu einer Verminderung der Honigernten um bis zu 50 Prozent.“ Die milderen Winter, so fügt er hinzu, bringen die Bienenköniginnen dazu, durchgehend Eier zu legen, was die übliche Winterpause verhindert und die Arbeit der Imker erheblich erschwert. „Die Varroamilbe zum Beispiel, eine der häufigsten Krankheitserreger der Biene, kann im Winter kaum noch bekämpft werden“, sagt Marco besorgt.
Pestizide sind eine weitere Bedrohung. Sie beeinträchtigen nicht nur die Orientierung und Fertilität der Bienen massiv. „Pestizide greifen die Bienen an, was dazu führt, dass weniger qualitativ hochwertige Eier gelegt werden und die Lebensdauer der Bienen verkürzt wird“, erläutert Conrad. Normalerweise leben Bienen im Sommer etwa vier Wochen, während sie im Winter versteckt bis zu sechs Monate überleben können. Ein Bienenvolk im Sommer zählt etwa 30.000 bis 40.000 Bienen, was die Bedeutung jedes einzelnen Insekts verdeutlicht.
Der Prozess der Honigernte und -verarbeitung ist ebenso faszinierend wie anspruchsvoll. Marco Conrad beschreibt ihn detailliert: „Im Bienenstock sorgen spezielle Gitter dafür, dass in den Honigwaben oben im Bienenstock nur Honig und keine Larven oder Brut zu finden sind.“ Anders als angenommen, wenn man den Bienen beim Sammeln zusieht, sind allerdings nicht die Pollen, die sie an den Beinchen tragen, ausschlaggebend, um Honig zu produzieren. Diese sind eher als Futter für die Larven gedacht. Die Arbeitsbienen sammeln für die Honigproduktion Nektar, der im Bienenstock mit Enzymen angereichert und durch regelrechte «Teamwork» auf einen Wassergehalt von etwa 16 Prozent reduziert wird, um Gärung zu verhindern. „Der fertige Honig wird in den Waben gespeichert und mit einer Wachsschicht versiegelt.“ Wie das geschieht, ist als Wunder der Natur kaum zu übertreffen: die Bienen schwitzen dafür Wachsplättchen, die sie dann zerkauen und als «Pfropfen» auf die Waben geben.
Anders als angenommen, wenn man den Bienen beim Sammeln zusieht, sind nicht die Pollen, die sie an den Beinchen tragen, ausschlaggebend, um Honig zu produzieren. Diese sind eher als Futter für die Larven gedacht.
Die eigentliche Ernte beginnt mit der Entnahme der Waben aus dem Bienenstock, die dann in den Schleuderraum gebracht werden. „Durch Zentrifugalkraft wird der Honig aus den Waben geschleudert und anschliessend gefiltert, um eventuelle Rückstände zu entfernen“, beschreibt Marco. Der gefilterte Honig wird entweder sofort in Gläser abgefüllt oder in grösseren Behältern bis zur weiteren Verarbeitung gelagert. „Je höher der Glukoseanteil im Honig, desto schneller kristallisiert er, was seine Textur und Lagerung beeinflusst“, erklärt er weiter. So entschiedet man später zwischen festem und flüssigem Honig. Fester Honig stammt eher aus der Frühjahrsernte, wenn der Glukosegehalt in den Blüten höher ist.
Unter optimalen Bedingungen kann der gesamte Prozess vom Entfernen der Waben bis zum Abfüllen in Gläser etwa fünf Tage dauern. Der Honig kann jedoch auch länger gelagert werden, um ausreichend Zeit für die Verarbeitung zu haben. Vom Sammeln des Nektars bis zum fertigen Honig in der Wabe vergehen normalerweise drei bis vier Wochen, doch in diesem Jahr hat es aufgrund der Bedingungen etwa zwei Monate gedauert.
Marco Conrad betont abschliessend: „Die Honigproduktion ist eine Kombination aus sorgfältiger Planung, harter Arbeit und den natürlichen Fähigkeiten der Bienen.“ Er und seine Kollegen sorgen dafür, dass der Honig sauber und von höchster Qualität ist, während sie gleichzeitig das Wohlbefinden ihrer Bienen im Auge behalten.
Welche Herausforderungen stellen sich bei der Pflege eines Bienenstocks?
Die Pflege eines Bienenstocks ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die viel Wissen und Aufmerksamkeit erfordert. Marco hebt die Bedeutung eines guten Auges für die Bienengesundheit hervor. „Man muss in der Lage sein, Krankheiten wie die Varroamilbe, die sich wie eine Zecke verhält und der Biene ihr «Blut» saugt, frühzeitig zu erkennen. [Die Biene hat kein Blut im eigentlichen Sinne, sondern wie andere Insekten «Hämolymphe». Das im Bienenkörper frei fliessende farblose Blut dient nur dem Transport der Nähr- und Abfallstoffe.] Auch das Erkennen von Viren, wie dem Flügeldeformationsvirus, gehört zu den wesentlichen Aufgaben eines Imkers.
Ein weiteres wichtiges Werkzeug in der Imkerei ist der sogenannte „Smoker“. Der Rauch, den Imker mit dem Smoker in die Bienenvölker einlassen, täuscht den Bienen einen Waldbrand vor. Die Bienen nehmen daraufhin so viel Honig wie möglich auf, um sich für einen möglichen Umzug vorzubereiten. In diesem gesättigten Zustand sind die Bienen ruhiger und träge, was den Imkern ermöglicht, die Bienenstöcke in Ruhe zu inspizieren. „Der Smoker erleichtert uns die Kontrolle der Bienenvölker enorm“, erklärt Marco. „Die Bienen sind entspannter und wir können uns die Stöcke genauer ansehen.“
Neben der Gesundheitsüberwachung spielen auch die Bereitstellung von ausreichend Platz und die Sicherstellung einer guten Genetik eine wesentliche Rolle. „Es ist wichtig, den Bienen genug Platz zu bieten und eine Völkerführung vorzugeben, damit sie nicht davonfliegen“, betont Marco. Die Bienen benötigen genügend Raum, um ihre Aktivitäten ungestört auszuführen, und die genetische Vielfalt innerhalb des Volkes trägt zur allgemeinen Gesundheit und Widerstandsfähigkeit bei.
Ein weiteres Indiz für das Wohlbefinden der Bienen ist das Eintragen von Pollen. „Wenn die Bienen Pollen eintragen, zeigt dies, dass die Bienen die junge Brut aufziehen“, so Marco. Dieses Zeichen hilft den Imkern, den Zustand ihrer Völker besser einzuschätzen und notwendige Massnahmen zur Verbesserung der Bienengesundheit zu ergreifen.
Zusammengefasst erfordert die Pflege eines Bienenstocks nicht nur Fachwissen und Aufmerksamkeit, sondern auch eine kontinuierliche Überwachung und Anpassung an die Bedürfnisse der Bienen. Marco Conrad und seine Kollegen arbeiten täglich daran, ihre Bienen gesund und produktiv zu halten, um die wichtige Rolle dieser Insekten in unserem Ökosystem zu unterstützen.
Wie wir dazu beitragen können, die Bienenpopulationen zu unterstützen
Unsere kleinen, summenden Helfer benötigen dringend unseren Schutz. „Eine der einfachsten Massnahmen ist, für möglichst viele Grünflächen zu sorgen“, hebt Marco hervor. Doch Vorsicht: Ein einfacher Rasen reicht nicht aus, da nicht alle Pflanzenarten für Bienen nützlich sind und sie vor allem Blüten brauchen. „Viele Blumenzusammensetzungen, die man in Bauhäusern findet, sind speziell als bienenfreundlich erlesen“, fügt er hinzu. Besonders betont er die Bedeutung von Weidekätzchen, Lavendel und Löwenzahn als wichtige Nahrungsquelle für Bienen, während andere Pflanzen wie Forsythien keinerlei Nutzen bieten. Auch der Kauf von qualitativ hochwertigem und ethisch produziertem Honig spielt eine wichtige Rolle. „Die goldene Regel ist: Unbedingt lokalen, Schweizer Honig kaufen und auf das Goldsiegel achten“, erklärt Marco. Dieses Siegel garantiert, dass der Honig schonend verarbeitet wird und das Endprodukt sauber und rückstandsfrei ist. „Das goldene Qualitätssiegel von apisuisse fordert alle Schweizer Imker dazu auf, sich zu einer überdurchschnittlichen Honigqualität zu bekennen“, betont er. Conrads Bienen produzieren verschiedene Honigsorten. Besonders beliebt sind sein milder Rapshonig, der schnell kristallisiert, der blumige Frühlingsblütenhonig und der herbere Sommerhonig aus dem Nektar von Linden- und Ahornbäumen. Jede Sorte hat ihren eigenen, unverwechselbaren Charakter und spiegelt die Vielfalt der Natur wider.
Durch die Schaffung bienenfreundlicher Lebensräume und den bewussten Kauf von lokalem, qualitativ hochwertigem Honig können wir alle einen bedeutenden Beitrag zum Schutz der Bienenpopulationen leisten. „Jeder kann einen Unterschied machen“, sagt Marco abschliessend. „Es beginnt mit kleinen, bewussten Entscheidungen in unserem täglichen Leben.“
Für angehende Imker hat Marco Conrad einen wichtigen Ratschlag: „Ich rate als Allererstes zu einem Grundkurs beim Verein, bevor man überhaupt anfängt. Imkern ist sehr zeitraubend und erfordert echte Passion, weshalb viele nicht konstant sind und nach zwei Jahren damit aufhören.“